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Kunst

Lesung mit Olga Grjasnowa am 27. September fällt aus

26.09.2017 21:11 Uhr

Veranstaltung im Wilhelm13 wegen Krankheit abgesagt

Die Veranstaltung „Konstellationen: Flucht und Zuflucht“ mit Olga Grjasnowa und Ina Jekeli im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 am Mittwoch, 27. September, muss aus Krankheitsgründen leider kurzfristig abgesagt werden. Die Veranstalter, das Literaturbüro Oldenburg und die Karl Jaspers-Gesellschaft, bedauern das sehr und hoffen auf einen neuen Termin für den geplanten Abend, über den sie rechtzeitig informieren werden.
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Taufrische Jubiläumsausstellung des BBK Oldenburg

20.09.2017 19:25 Uhr

Stadtmuseum Oldenburg präsentiert Malerei, Grafik, Fotografie, Objekte und Skulpturen

Der Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) der Landesgruppe Oldenburg feiert sein 70-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert das Stadtmuseum Oldenburg unter dem Titel „Taufrisch“ vom 17. September bis 15. Oktober 2017 eine Werkschau, die das ganze Spektrum des gegenwärtigen Kunstschaffens der Mitglieder vereint. Die Ausstellung wurde am Sonntag, 17. September, um 11.15 Uhr in Anwesenheit der Künstlerinnen und Künstler feierlich eröffnet. Nach der Begrüßung durch Dr. Nicole Deufel (Leiterin der Museen, Sammlungen und Kunsthäuser der Stadt Oldenburg) führen Stadtmuseumsleiter Dr. Andreas von Seggern und die Erste Vorsitzende des BBK Oldenburg Martina van de Gey ein Podiumsgespräch.

Martina van de Gey ist seit dem Jahr 2006 im Vorstand des BBK tätig und freut sich, das Jubiläum mit einer großen Werkschau zu begehen: „Die Qualität und Vielfalt der in unserer Region lebenden Künstler ist überzeugend und einzigartig. Diese Erkenntnis zu spiegeln und in das Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, treibt mich stetig an und gibt mir für meine ehrenamtliche Arbeit die nötige Kraft.“ Für die Ausstellung hat eine unabhängige Jury 94 aktuelle Werke von 79 BBK-Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie, Objekte und Skulpturen ausgewählt. Bei der Ausschreibung gab es keine inhaltlichen oder formalen künstlerischen Kriterien wie die Vorgabe von Stilrichtungen oder Techniken. Als einzige Maßgabe galt, dass das Werk „taufrisch“ in den Jahren 2016 oder 2017 entstanden sein sollte. „Der besondere Reiz der Jubiläumsausstellung ‚Taufrisch‘ liegt in der Zusammenschau der Werke, die eindrucksvoll die vielfältigen Ausdrucksformen, Themen und Materialien der lokalspezifischen Kunstlandschaft dokumentiert. Dabei sind überraschende Wechselbeziehungen entstanden, die der Betrachter für sich entdecken kann“, erläutert Kuratorin Dr. Sabine Isensee, Leiterin Bildende Kunst im Stadtmuseum.

Das Spektrum der Werke reicht von farbgewaltigen Acrylbildern, über phantasievolle Stoffobjekte bis hin zu faszinierenden Glasskulpturen und gesellschaftspolitischen Grafiken. Als Titelmotiv für die Jubiläumsausstellung wurde das Gemälde „Crossing the line“ der Künstlerin Sabine Brandt ausgewählt, da es ausdrucksstark das zeitliche Moment der Gegenwart widerspiegelt. Das Werk zeigt eine leuchtend blaue Figurengruppe, die sich fast schwebend in einer weiten roten Landschaft bewegt und sinnbildlich die Begegnung von Menschen schildert. „Jedes Kunstwerk in der Jubiläumsausstellung erzählt eine ganz eigene Geschichte, die zahlreiche Möglichkeiten der Begegnung, des Perspektivwechsels und der Empathie eröffnet. Die Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich auf diese Dialoge einzulassen“, sagt Sabine Isensee.

Zur BBK-Jubiläumsausstellung wird ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Ein Veranstaltungshöhepunkt ist die Nacht der Museen Oldenburg am 23. September von 18 bis 24 Uhr. Dann werden viele der BBK-Künstlerinnen und Künstler anwesend sein, um mit dem Publikum ins Gespräch über ihre Werke zu kommen.

Zur Ausstellung „Taufrisch – 70 Jahre BBK Oldenburg“ erscheint ein Katalog zum Jubiläumspreis Preis von 15 Euro.

Über den BBK Oldenburg
Der BBK Oldenburg wurde am 19. März 1947 von Karl Schwoon und Paul Berger-Bergner gegründet und trug entscheidend dazu bei, dass sich das künstlerische Leben in der Stadt Oldenburg nach der Kriegszeit neu entwickeln konnte. Der BBK ist demokratisch aufgebaut und ohne parteipolitische Bindungen. Er tritt für die soziale Absicherung freischaffender Künstler ein und vertritt in Oldenburg die kulturpolitischen und wirtschaftlichen Interessen von über 100 Künstlerinnen und Künstlern aus Oldenburg und dem Umland. Durch seine Ausstellungen gewährt der BBK Einblicke in die verschiedenen Ausdrucksformen der zeitgenössischen Kunst, erinnert an künstlerische Vergangenheit und zeigt Ausblicke auf mögliche Kunstrichtungen von morgen. Die Galerie des BBK ist in der Peterstraße 1 zu finden.
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Flucht aus der Hölle des syrischen Bürgerkriegs

18.09.2017 09:31 Uhr

Olga Grjasnowa stellt in der Reihe „Konstellationen“ neuen Roman im Wilhelm13 vor

Olga Grjasnowas Roman „Gott ist nicht schüchtern“ ist ein erschütterndes Stück Zeitgeschichte: Das Buch erzählt von der Hölle des syrischen Bürgerkriegs, vom Schrecken der Flucht und vom ungewissen Neubeginn. Auf Einladung des Literaturbüros präsentiert die Schriftstellerin ihr Werk am Mittwoch, 27. September, in der Veranstaltungsreihe „Konstellationen“. Mit der Soziologin Ina Jekeli spricht die 32-Jährige darüber, dass es nicht nur die eine Welt vor unserer Haustür gibt, sondern viele Welten, und dass es sich lohnt, sie kennenzulernen.

Die Veranstaltung im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten können online unter www.wilhelm13.de oder telefonisch unter der Nummer 0441 235-3014 beim Literaturbüro vorbestellt werden. Es moderiert Matthias Bormuth, Heisenberg-Professor für Vergleichende Ideengeschichte und Vorsitzender der Karl Jaspers-Gesellschaft. Die Karl Jaspers-Gesellschaft ist Kooperationspartner der von der Stiftung Niedersachsen geförderten Veranstaltungsreihe.

Direkt und schonungslos erzählt Olga Gjrasnowa aus der Sicht der Schauspielerin Amal und des Arztes Hammoudi von zunehmender Diktatur in Syrien, von Protesten, Gewalt, Willkür, Misstrauen und vom Widerstand. Und schließlich von der dramatischen Flucht der beiden, die sich in Berlin wieder begegnen: Zwei einstmals privilegierte Menschen, die an die Revolution in ihrem Land glaubten, die alles verloren haben und nun ganz von vorne anfangen müssen.

Flucht ist eine Erfahrung, die auch die Familie von Olga Grjasnowa kennt. Ihre jüdische Großmutter floh als 14-Jährige aus Weißrussland nach Baku, Grjasnowa selbst emigrierte als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland und lebt heute in Berlin. Verheiratet ist sie mit einem syrischen Schauspieler, der sich im arabischen Frühling engagierte. Olga Grjasnowa studierte Kunstgeschichte und Slawistik, Tanzwissenschaft sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und absolvierte Studienaufenthalte in Polen, Russland und Israel. Für ihren vielbeachteten Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ wurde sie mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet.
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Utøya

06.09.2017 21:15 Uhr

Deutschsprachige Erstaufführung im Kleinen Haus des Staatstheaters

von Edda Hayen

Am 23. August hatte das umstrittene Stück Utøya im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters seine deutschsprachige Erstaufführung.
Mit der Insel Utøya verbindet man unweigerlich ein grausames Massaker. Der italienische Autor Edoardo Erba stellt in seinem Theaterstück jedoch nicht die Gewalttat in den Vordergrund, sondern widmet sich drei unabhängig voneinander erzählten Geschichten. Eine Polizistin, die sich die Frage stellt, ob man auch ohne Einsatzbefehl einschreiten muss, wenn Kinder in Gefahr sind. Eltern, die nicht wissen, ob ihre Tochter noch lebt. Und von Nachbarn (Bruder und Schwester) Breiviks, die ihrem mulmigen Gefühl besser gefolgt und zur Polizei gegangen wären. Sie alle sind verbunden durch die Ereignisse am 21. Juli 2011. Der Autor zeichnet mit diesen unterschiedlichen Perspektiven ein sensibles Bild der norwegischen Gesellschaft.

Ich bin mit einem mulmigen Gefühl in die Aufführung gegangen. Für mich war auch die Einführung sehr wichtig, um mir noch einmal zu verdeutlichen, was genau damals passiert war. Die Ohnmacht der norwegischen Polizei war mir nicht mehr so präsent. Auch das es Andreas Breivik wichtig war, unbedingt für zurechnungsfähig erklärt zu werden, um damit seiner Tat Bedeutung zu verleihen, hat mich wieder erschreckt.
Die Aufführung hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Es war bedrückend, erschreckend, man hat mit den Eltern mitgefiebert, ob die Tochter noch lebt, war gespannt, ob die Polizistin ihren vorgesetzten Kollegen doch noch überzeugen kann, und traurig, weil die Nachbarn vielleicht doch im Vorfeld das Massaker hätten verhindern können.

Besonders begeisterte mich die Verwebungen des Spieles der drei Paare. Teilweise liefen die Geschichten nebeneinander her. Schauspieler kommen von verschiedenen Positionen auf die Bühne. Auch dass ein Teil des Publikums oben auf der Bühne sitzt, hat für mich das Gefühl gefördert, komplett in der Geschichte zu sein. Das Bühnenbild ist reduziert gestaltet. Es ist einem Fähranleger nachempfunden und jeder möchte auf diesem sein und in einem Boot helfen fahren.

Das Stück lässt auch noch Raum für eigene Spekulationen.
Nach der Vorstellung haben sich alle (!) Schauspielerinnen und Schauspieler zu einem Nachgespräch mit dem Publikum getroffen. Hier meinen absoluten Respekt für Janine Kreß, Helen Wendt, Franziska Werner, Matthias Kleinert, Thomas Birklein und Fabian Kulp, die ein emotionales Stück gespielt haben und sich dann noch die Zeit für ihr Publikum genommen haben. Ich habe festgestellt, wie schwer es sein muss, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, um das Stück so transportieren zu können. Auch ihre Antworten im Nachgespräch spiegeln dies absolut wider. Die bereitgestellten Bieruntersetzer, auf denen Fragen notiert werden konnten, wurden nicht benötigt, da das Publikum und auch die Schauspieler_innen schnell ein anregendes Gespräch geführt haben und eine Diskussion entstand.
Auch ein großes Lob an die Dramaturgin Anna-Therese Schmidt, die sowohl die Einführung als auch das Nachgespräch einfühlsam, informativ und interessant gestaltet hat.

Ein gelungener Themenabend im Kleinen Haus. Unbedingt zu empfehlen für jeden, der sich nicht scheut sich damit auseinander zu setzen und auch im Nachhinein noch mal Gedanken darüber machen möchte.


Zum Hintergrund
Der Tag, der Norwegen veränderte, ist uns allen sicher noch im Gedächtnis. Der 22.Juli 2011 hat das Land, das bis zu diesem Zeitpunkt als friedliebend bekannt war, zum Mittelpunkt eines der schlimmsten Attentate der Nachkriegszeit gemacht. Am Nachmittag explodierte eine Bombe im Regierungsviertel Oslos, dabei verloren 8 Menschen ihr Leben.
Die ersten Informationen, die die Medien damals herausgaben, griffen auf das Motiv des Islamismus zurück. Sie hatten keine näheren Informationen, und schließlich lag der 11. September 2001 gerade erst 10 Jahre zurück. Die Attentate von Madrid und London waren in den Köpfen der Menschen noch fest verankert. Während Experten_innen noch Indizien auswerteten, fuhr Andreas Breivik ungestört auf der E16 Richtung Utøya, einer 40 Kilometer entfernten Insel nordwestlich von Oslo.

Der 32-jährige Norweger verfolgte einen Plan, den er in den letzten Jahren akribisch entwickelt hatte. Aus seiner Sicht musste der in seinem Land immer weiter um sich greifende Islamismus gestoppt werden. Er wollte die bestrafen, die dieses auch noch unterstützen: die sozialdemokratische Regierung. Der erste Teil seines Plans ist aufgegangen, die Bombe im Regierungsviertel ist explodiert. Er hatte Monate damit verbracht, die Bombe zu bauen. Er hatte sich zur Tarnung einen Hof gemietet. Der zweite Teil seines Plans war das auf der Insel Utøya stattfindende Sommercamp der sozialdemokratische Arbeiterpartei, das jedes Jahr mit fast 600 Jugendlichen organisiert wurde.

Als verkleideter Polizist gab er am Ableger vor, aufgrund der jüngsten Ereignisse in Oslo über die Sicherheitslage informieren zu sollen. Das wurde vom Personal für plausibel gehalten, und Breivik fuhr mit der Fähre zur Insel. Der schwer bewaffnete Breivik kam um 17.15 Uhr auf der Insel an. Erst um 18.25 Uhr traf das Sondereinsatzkommando der Polizei ein. Sie nahmen den Attentäter fest – bis dahin hatte er bereits 69 Menschen erschossen.

Schon bald berichtet die Presse vom norwegischen Täter, ohne islamistischen Hintergrund. Das Land stand unter Schock. Das Selbstverständnis, ein friedliches Land zu sein, war empfindlich getroffen worden, auch konnte die Schuld keiner äußeren Gefahr zugeordnet werden. Norwegen hatte seine Unschuld endgültig verloren.

Der Prozess für Andreas Breivik begann im April 2012. Nachdem man ihn in zweiter Instanz für zurechnungsfähig erklärt hatte, wurde er zu 21 Jahren Haft verurteilt.

Nicht nur das Land hatte es eiskalt erwischt, auch die Polizei war völlig überfordert. Nach der Explosion beorderte die Polizeidirektion alle zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte in das Regierungsviertel in Oslo. Es wurden jedoch keine Polizisten ausgesandt, den Täter zu suchen. Ein Passant hatte der Polizei gemeldet, Breivik auf dem Weg zum Fluchtauto mit der Waffe in der Hand gesehen zu haben. Dieser Hinweis wurde von einer Sekretärin mittels eines Zettels auf den Schreibtisch ihres Vorgesetzten weitergeleitet. Dieser wurde erst viel zu spät entdeckt.

Weder wurden die umliegenden Polizeistationen über die Lage informiert, noch dazu aufgefordert, die ihnen unterstellten Straßen zu kontrollieren. Auch als die Ereignisse nach und nach bekannt wurden und einige Streifenpolizisten sich anboten, die Situation zu unterstützen, lehnte die Zentrale ab. Das Chaos sei groß genug, sie sollten sich zunächst bereithalten.

Die Norweger verfügen nur über einen einzigen Polizeihubschrauber. Die Piloten befanden sich zu diesem Zeitpunkt alle im Urlaub. Einer der Piloten meldete sich zum Dienst, als er die Nachrichten gesehen hatte, er erhielt allerdings die Antwort, er werde nicht gebraucht.

Als die ersten Handy-Notrufe von Utøya registriert wurden, wurde ein Sondereinsatzkommando alarmiert, welches sich 3,6 km entfernt positionierte. Erst um 18.11 Uhr machte sich ein Polizeischlauchboot auf den Weg. Ein Fährableger, nur 600 m entfernt, wäre strategisch günstiger gewesen. Es befanden sich 11 Polizisten an Bord, deutlich zu viele, und nach wenigen Minuten fiel der Motor aus. Zu diesem Zeitpunkt waren schon freiwillige Helfer mit privaten Booten unterwegs, um Jugendliche zu retten, die panisch vor Angst ins Wasser gesprungen waren. Um 18.25 Uhr erreichten endlich die ersten Polizisten die Insel. Breivik ergab sich, sobald er den ersten Polizisten gesehen hatte.


Weitere Informationen und Aufführungstermine auf der Internetseite des Oldenburgischen Staatstheaters.
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„Der dritte Planet“

31.08.2017 09:11 Uhr

Preisgekrönte dystopische Kurzfilme

Der dritte Planet: Unter diesem Motto zeigt das Edith-Russ-Haus für Medienkunst am Mittwoch, 6. September, um 19 Uhr zwei preisgekrönte Kurzfilme, die das Anthropozän – das jetzige, durch den Menschen geprägte Zeitalter – in Form von dokumentarisch-dystopischer Science-Fiction thematisieren. Pavel Medvedevs Film „On the third planet from the sun“ (Russland, 2006, 31 Minuten) spielt im Norden Sibiriens und zeigt die Auswirkungen jahrzehntelanger Atomtests auf Gesellschaft und Natur. „Lettres du voyant“ von Louis Henderson (Frankreich/Ghana, 2013, 40 Minuten) beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Spiritismus und Technologie im heutigen Ghana. Die Filme laufen auf Englisch beziehungsweise auf Russisch mit englischen Untertiteln; der Eintritt ist frei.
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Bei DADA frühstücken

15.08.2017 20:49 Uhr

Eine dadaistische Performance des Blauschimmel Ateliers

Wollen Sie mit dem Blauschimmel Atelier noch einmal „Bei Dada frühstücken“? Dann sollten Sie am Freitag, den 18.08.2017, um 18 Uhr in das Jugendprojektehaus (Weiße Rose 1) kommen. Dort zeigt die Montagsblaustelle des Blauschimmel Ateliers die multimediale Performance „Bei Dada frühstücken“.

Damit feiern wir nachträglich den 100. Geburtstag der Dada-Bewegung und zeigen in bewegten Bildern dadaistische Parallelen zur Gegenwart.

Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Susanne Barelmann, Marianne Garbe und Theresa Ehmen hat die Montagsblaustelle die unterschiedlichsten Ansätze der Dada -Bewegung spielerisch erarbeitet und gemeinsam zu einer multimedialen Performance entwickelt.

Das Publikum ist eingeladen, sich von der revolutionären künstlerischen Kraft überraschen und zwischen Sinn und Unsinn ver-führen zu lassen.

Das Projekt, dass von der Oldenburgischen Landschaft und der EWE-Stiftung gefördert wurde, zeichnet sich durch seinen partizipativen Charakter und die Teihabemöglichkeit aller, auch des Publikums, aus.
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Ausdrucksstarke Bilder geflüchteter Menschen ausgestellt

04.08.2017 18:00 Uhr

„Die Freude an Farben ist international“: Vernissage am 10. August

Eine Auswahl ausdrucksstarker, lebensbejahender Bilder, die geflüchtete Männer und Frauen angefertigt haben, wird ab Donnerstag, 10. August, beim Verein IBIS – Interkulturelle Arbeitsstelle e.V. gezeigt. Gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt Oldenburg lädt der Verein alle Interessierten zur Vernissage der Ausstellung „Die Freude an Farben ist international“ ein. Beginn ist um 17 Uhr in den Räumen des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge, Kaiserstraße 14. Entstanden sind die Bilder, die auch käuflich erworben werden können, im Rahmen eines Malkurses des Psychosozialen Zentrums unter Leitung der Künstlerin Regina Rüsen.

Bereits seit Dezember 2016 bietet Regina Rüsen auf Vermittlung des Kulturbüros der Stadt Oldenburg in ihrem Atelier am Waffenplatz wöchentliche Malkurse für geflüchtete Menschen an – mit großem Erfolg. Unter ihrer fachkundigen künstlerischen Leitung und intensiven menschlichen Begleitung sowie dank vielfältiger Begabungen der geflüchteten Teilnehmenden sind lebensbejahende Bilder mit einer hohen Ausdruckskraft entstanden, die Anerkennung hervorruft. „Oft gehen nach den schrecklichen Erlebnissen der Flucht die Schaffenskraft und Selbstwirksamkeit eines Menschen verloren. Die Bilder der Ausstellung berichten davon, wie diese Identität und die Freude am Leben wiedererlangt werden können“, so Uwe Erbel, Geschäftsführer von IBIS e.V.

Der Malkurs ist eines von mehreren kreativen Unterstützungsangeboten, die das Oldenburger Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge (PSZ) anbietet. Neben der intensiven psychologischen Einzelbetreuung und -therapie finden kreative Gruppen-Workshops in den Bereichen Yoga, Bodypercussion, Trommeln und Malen statt. „Diese Angebote können Ausdrucksmöglichkeiten für Erlebtes schaffen, Kommunikation und Austausch auch über sprachliche Barrieren hinweg ermöglichen und Selbstheilungskräfte freisetzen“, so Sophie Arenhövel vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg. Das Team der Kulturellen Bildung und Teilhabe im Kulturbüro berät, unterstützt und begleitet das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge (PSZ) bei IBIS e.V. bei der Gestaltung der Kreativ-Angebote.

Weitere Ausstellungstermine gibt es jeweils freitags, 11., 18. und 25. August, jeweils von 10 bis 13 Uhr sowie nach Absprache. Für weitere Informationen stehen Juliane Koning von IBIS e.V. und die Künstlerin Regina Rüsen zur Verfügung, per E-Mail an veranstaltung@ibis-ev.de oder telefonisch unter 0441 920582-10.
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Vier facettenreiche Konzerte der Musikschule vor den Sommerferien

08.06.2017 10:34 Uhr
Beeindruckende Klangvielfalt: Am Wochenende von Freitag, 9. Juni, bis Sonntag, 11. Juni, lädt die Musikschule der Stadt Oldenburg wieder zu ganz unterschiedlichen Konzerten ihrer Schülerinnen und Schüler ein.

Zum Auftakt am Freitag, 9. Juni, werden die hörenswerten Ergebnisse der gemeinsamen Orchesterfreizeit der beiden städtischen Musikschulen Delmenhorst und Oldenburg präsentiert. Das Konzert findet ab 18 Uhr im Veranstaltungssaal des Kulturzentrums PFL (Peterstraße 3) statt.

Einen Tag später, am Samstag, 10. Juni, gibt es im letzten Konzert der Konzertreihe „Kinder spielen für Kinder“ vor den Sommerferien ein buntes Programm für kleine Zuhörerinnen und Zuhörer ab dem Alter von vier Jahren zu erleben. Die Kinder aus der Kindertagesstätte und Grundschule Dietrichsfeld, die „Streichhölzer“ und „Flitzebögen“ der Musikschule sowie die jungen Musikerinnen und Musiker an Gitarre, Cello, Klavier, Blockflöte, Querflöte und Oboe freuen sich ab 16 Uhr im Kulturzentrum PFL über ein großes Publikum.

Am Sonntag, 11. Juni, stehen gleich zwei Konzerte der Musikschule auf dem Programm. Um 11 Uhr lädt der Klavierbereich zum „Tastenpodium spezial – Tanz auf zwei Flügeln“ in den FortePianoSalon bei Piano Rosenkranz ein. Ein Highlight des Wochenendes dürfte am Sonntag, 11. Juni, das Sinfoniekonzert des Jugendorchesters Oldenburg (JOO) unter der Leitung von Carlos Vazquez darstellen, welches zum ersten Mal im Großen Haus des Staatstheaters stattfindet. Mit Werken von Haydn, Mozart und Filmmusik aus „Herr der Ringe“ verspricht das Konzert ab 15 Uhr nicht nur für Orchestermusikliebhaber sehr abwechslungsreich zu werden. Der Eintritt beträgt 8 Euro (ermäßigt 4 Euro). Tickets gibt es im Vorverkauf an der Theaterkasse des Staatstheaters.


Termine in der Übersicht:

Freitag, 9. Juni, 18 Uhr: Orchesterkonzert Sahlenburg, Kulturzentrum PFL Veranstaltungssaal, Eintritt frei

Samstag, 10. Juni, 16 Uhr: Kinder spielen für Kinder, Kulturzentrum PFL Veranstaltungssaal, Eintritt frei

Sonntag, 11. Juni, 11 Uhr: Tastenpodium spezial – Tanz auf zwei Flügeln, Piano Rosenkranz, FortePianoSalon, Eintritt frei

Sonntag, 11. Juni, 15 Uhr: Sinfoniekonzert des Jugendorchesters Oldenburg (JOO), Oldenburgisches Staatstheater Großes Haus, Eintritt: 8 Euro/ ermäßigt 4 Euro, Vorverkauf an der Theaterkasse
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¡Hola! Kunst auf Spanisch

05.06.2017 17:15 Uhr
Unter dem Titel „Ich verstehe nur […] Kunst!“ startet im Horst-Janssen-Museum eine neue Veranstaltungsreihe, die Menschen mit ganz unterschiedlichen Sprachen in die Ausstellungen einlädt. Zum Auftakt heißt es am Samstag, 10. Juni, „¡Hola! Ich verstehe nur Spanisch Kunst!“: Spanisch-Muttersprachler stellen den Besuchern auf Spanisch ihre Lieblingskunstwerke vor. Sie freuen sich auf einen lebendigen Austausch und stehen von 13 bis 17 Uhr in der Ausstellung für Gespräche zur Verfügung.

Die Veranstaltungsreihe „Ich verstehe nur […] Kunst!“ wird künftig mit weiteren Sprachen fortgesetzt. Es gelten die regulären Eintrittspreise.
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BlueScreen Ensemble mit „Klangmalerei“ im Horst-Janssen Museum

25.04.2017 20:48 Uhr

Ausstellungsfinissage mit Kuratorinführung und Konzert / Ab sofort Kartenreservierung

Anlässlich der Finissage zur Ausstellung „Sound goes Image – Partituren zwischen Musik und Bildender Kunst“ am Sonntag, 30. April, ist das BlueScreen Ensemble des Blauschimmel Ateliers zu Gast im Horst-Janssen-Museum. Um 18 Uhr präsentieren die Musiker unter der Leitung von Jochen Fried „Klangmalerei“. Hinter dem Titel verbirgt sich eine Musikproduktion im Spannungsfeld von Notation und Improvisation.

Inspiriert von der Ausstellung „Sound goes Image“ hat das BlueScreen Ensemble mehrere Stücke erarbeitet, um sie mit befreundeten Musikerinnen und Musikern zur Aufführung zu bringen. Zu hören sein werden unter anderem Bearbeitungen von ausgewählten Kompositionen aus der Ausstellung, Improvisationen zu dem Computer-Programm „Graphischer Planet“ des Oldenburger Medienkünstlers Jörg Scheel sowie eine Improvisation, die direkt vor Ort und live graphisch notiert wird. Ab sofort können Karten für dieses besondere Konzertereignis reserviert werden unter Telefon 0441 235-2891 und per Mail an info@horst-janssen-museum.de. Der Konzerteintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Außerdem findet am Finissage-Sonntag um 11 Uhr eine Kuratorinführung mit der Kunsthistorikerin Dr. Sabine Siebel durch „Sound goes Image“ statt. Dabei erfahren die Besucherinnen und Besucher Spannendes zu den Hintergründen der ungewöhnlichen Ausstellung: Wie die Idee dazu entstand, was ihre Faszination ausmachte und worin die Herausforderungen bei der Durchführung dieses Projektes lagen. Die Teilnahme an der Führung kostet 3 Euro zuzüglich Eintritts.
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Action-Painting mit Künstler

06.04.2017 10:54 Uhr

Ausstellung zur Farbe Grün ab Mai in der Artothek zu sehen

25 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 der Förderschule am Bürgerbusch haben am Mittwoch, 5. April, eine aufregende Kunststunde inklusive Action Painting erlebt. Sie lernten den Künstler Christoph Peter Seidel aus Bad Iburg persönlich kennen, zu dessen Bildern sie schon seit Wochen im Kunstunterricht arbeiten. Christoph Peter Seidel ist der diesjährige Kooperationskünstler der Projektreihe „Artothek & Schule“. In seinen Werken spielt das spannende Spektrum der Farbe Grün eine große Rolle und als Leiter des KunstContainers der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück bringt er wertvolle Erfahrungen in das Schulprojekt ein.

„Die Kinder haben mit Christoph Peter Seidel wunderbar kreativ gearbeitet. Mit Holzstöcken und ganzem Körpereinsatz wurde die Farbe auf MDF-Platten getropft, gespritzt und geschüttet. Das war ein sehr sinnliches Farberlebnis, das allen viel Spaß gemacht hat“, freut sich Artotheksleiterin Dr. Sabine Isensee. Bei dem Projekt geht es vor allem um die authentische Begegnung mit Kunst. Die Schüler können sich intensiv mit den Originalwerken der Artothek beschäftigen und ihre Erfahrungen theoretisch und praktisch umsetzen. Dafür wurden sechs Kunstwerke aus dem Sammlungsbestand zum Thema „Farbe Grün“ ausgewählt und direkt ins Klassenzimmer der Schule am Bürgerbusch verliehen. Die Inspirationen von den Kunstwerken werden dann im Kunstunterricht mit Lehrerin Inger Kramer und der pädagogischen Beraterin Nina Gluth weiterentwickelt und dafür genutzt, kreativ eigene Techniken zu erproben und persönlichen Ideen Ausdruck zu verleihen. „Dieses Kooperationsprojekt bietet den Kindern einen einmaligen Zugang zur Kunst. Mit viel Freude an der Farbe Grün werden im Unterricht experimentelle Arbeiten geschaffen, sogar ein Trickfilm ist schon entstanden“, sagt Inger Kramer.

Die Ergebnisse dieses spannenden Dialogs sind in der Ausstellung „Spielraum Grün – Bilder, Objekte, Fotografien und Trickfilm“ zu erleben, die am Donnerstag, den 18. Mai, um 17 Uhr in der Artothek Oldenburg, Peterstraße 1, eröffnet wird.
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Tobias Dostal ist 6. Horst-Janssen-Grafikpreisträger

06.04.2017 10:49 Uhr

Preis mit 20.000 Euro dotiert

Der Künstler Tobias Dostal wird mit dem 6. Horst-Janssen-Grafikpreis der Claus Hüppe-Stiftung ausgezeichnet. Das hat die fünfköpfige Jury - bestehend aus Dr. Nicole Deufel (Leiterin der Museen, Sammlungen und Kunsthäuser der Stadt Oldenburg), Dirk Dobke (Leiter der Griffelkunst­vereinigung Hamburg), Prof. Dr. Wulf Herzogenrath (Akademie der Künste Berlin), Dr. Jutta Moster-Hoos (Leiterin des Horst-Janssen-Museums) und Rik Reinking (freier Kurator und Sammler aus Hamburg) - bei ihrer Sitzung am 3. April 2017 im Horst-Janssen-Museum entschieden. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und mit einer Publikation sowie mit einer Einzelausstellung verbunden, die am 21. Oktober 2017 im Horst-Janssen-Museum eröffnet wird.

Begründung der Jury
Tobias Dostal verbindet in seiner Kunst Zeichnung, Film und Installation auf eine einzigartige Weise. Vor allem die filmische Dokumentation von flüchtigen Motiven, die mit Wasser auf Steine gezeichnet wurden, entwickelt eine besondere Magie. Sie ist technisch ausgeklügelt und in ihrer Wirkung zugleich poetisch.

Über den Preisträger
Tobias Dostal wurde 1982 in Bad Hersfeld geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. Von 2004 bis 2011 studierte er freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. 2012 war er Meister­schüler bei Thomas Virnich. Dostal wurde 2013 mit dem New York-Stipendium der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Er hat bereits Einzelausstellungen im Kunstverein Buchholz/Nordheide, im Kunstraum 53 (Hildesheim) und in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund (Berlin) gezeigt. Dostal wurde von Jorinde Voigt (Akademie der Bildenden Künste München) für den Horst-Janssen-Grafikpreis vorgeschlagen.

Über den Grafikpreis
Der Horst-Janssen-Grafikpreis wird alle drei Jahre von der Claus Hüppe-Stiftung für eine künstlerische Position vergeben, die durch innovative Arbeitsweise auffällt. Neben Zeichnung und klassischen Druckgrafiken werden auch digitale Drucke und andere Vervielfältigungstechniken auf Papier zugelassen. Acht Hochschuldozentinnen und -dozenten schlagen junge Kunstschaffenden vor, deren Arbeit ihnen aufgefallen ist. Aus diesem Personenkreis wählt eine fünfköpfige Jury die Preisträgerin/den Preisträger anhand von aktuellen Arbeiten aus. 2017 waren insgesamt acht Künstlerinnen und Künstler nominiert.
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Druckreifes Geschenk

10.03.2017 16:43 Uhr

Junge Freunde schenken Horst-Janssen-Museum Siebdruckanlage

tARTort – Die Jungen Freunde des Horst-Janssen-Museums – schenken der Museumspädagogik eine Siebdruckanlage, um die kunstpraktische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu unterstützen. In gewisser Weise handelt es sich um ein Abschiedsgeschenk, denn die bisherigen Aktiven verlassen die Gruppe, weil sie ihre Ausbildung andernorts fortsetzen oder in das Berufsleben starten. Luisa Jansen und Alexa-Fabienne Noell überreichten die Siebdruckanlage am heutigen Donnerstag, 9. März, an Museumsleiterin Dr. Jutta Moster-Hoos. Anwesend waren auch die Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums, Michael Kroos und Inge von Danckelman.

„Die Schenkung ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Luisa Jansen von den Jungen Freunden, „denn in den vergangenen Jahren konnten wir in Kooperation mit der Museumspädagogik viele Workshops und Vermittlungsformate im Horst-Janssen-Museum realisieren. Wir möchten uns damit nicht nur für diese Möglichkeiten bedanken, sondern auch den Stellenwert der museumspädagogischen Arbeit unterstreichen.“ Die Siebdruckanlage besteht aus vier Drucktischen und einer Ausstattung für das Drucken auf Papier sowie auf Textilien. „Diese Schenkung erweitert unser Spektrum an druckgrafischen Arbeitsmöglichkeiten“, freut sich Museumspädagogin Sandrine Teuber und erklärt: „Wir können damit zum Beispiel T-Shirts, Taschen, Plakate und Postkarten drucken und die Anlage für viele Workshops und Kunstaktionen nutzen.“

„Natürlich bedauern wir sehr, dass wir Ideen aus dieser Szene verlieren. Aber der Wechsel gehört dazu, und nun hoffen wir auf ebenso kreative jungen Menschen, die nachfolgen“, betont Museumsleiterin Jutta Moster-Hoos. Michael Kroos, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums, dankte dem ganzen Team herzlich für das große Engagement, mit dem es sich für die Ideen und Ziele von tARTort ehrenamtlich eingesetzt hat. „Unser Junger Freundeskreis ist offen für alle Menschen bis 35 Jahre, die Kunst und Kultur unbeschwert entdecken möchten, einen Blick hinter die Kulissen des Museumsbetriebes werfen wollen und an Kontakten mit Gleichgesinnten aus der Stadt, der Region und ganz Deutschland interessiert sind. Außerdem bietet tARTort ihnen die Möglichkeit, eigene Ideen für Kultur- und Vermittlungsangebote zu entwickeln und umzusetzen“, erläutert Kroos weiter. Nähere Informationen erhalten Interessierte unter info@horst-janssen-freunde.de.
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Sound-Workshops zur „Unmöglichen Oper“

14.02.2017 08:10 Uhr

Bürger sind eingeladen, sich an musikalischer Performance zu beteiligen

Zur Vorbereitung des Projekts „Unmögliche Oper – Komposition für die Peterstraße und eine Menschenmenge“ der polnischen Künstlerin und Komponistin Zorka Wollny lädt das Edith-Russ-Haus an zwei Wochenenden zu Sound-Workshops ein. Sie richten sich an alle Interessierten ab zwölf Jahren, es werden keine musikalischen Kenntnisse vorausgesetzt. Wer sich für Musik, Choreographie, bildende Kunst oder soziale Themen interessiert, kann in den Workshops sein stimmliches Potenzial erkunden, sich ausprobieren und vielleicht sogar Teil einer großen Performance werden.

Die „Unmögliche Oper“ wird im Rahmen der Langen Nacht der Musik am Samstag, 17. Juni, uraufgeführt. Die Workshops finden an den Wochenenden, 18. und 19. Februar sowie 25 und 26. Februar, jeweils von 16 bis etwa 18.30 Uhr, im Seminarraum des Edith-Russ-Hauses statt und stehen unter dem Motto „How to transform your breath into a music piece?“. Sie bauen lose aufeinander auf, ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich. Ausprobiert werden können Übungen aus einfachen Klängen, Flüstern, Pfeifen, lautem Atmen und anderen stimmlichen Praktiken. Im weiteren Verlauf kommen Textfragmente in Form einzelner Silben, unterbrochener Worte, unvollständiger Slogans, sowie Elemente von Postulaten, Manifesten oder Gebeten zum Einsatz. Die Klänge und Geräusche sollen sich in der Gruppe zu einer kraftvollen, experimentellen Musikkomposition verbinden.

Die „Unmögliche Oper“ von Zorka Wollny, Stipendiatin der Stiftung Niedersachsen am Edith-Russ-Haus für Medienkunst, soll in Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern Oldenburgs – mit Chören, Musikgruppen, Senioren und Studierenden – entstehen. Geplant ist eine 40-minütige musikalische Komposition mit choreographischen Elementen, die eigens für die Peterstraße entwickelt wird. Weitere Informationen gibt es im Edith-Russ-Haus unter Telefon 0441 235-3208 sowie per E-Mail an info@edith-russ-haus.de.
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Kunst, die Begegnung fördert

06.02.2017 09:36 Uhr
von Daniel Lüllmann

Eine Ausstellung des Ateliers Farbsinn ist nun im Amt für Soziales und Teilhabe am Europaplatz zu sehen. Künstler mit und ohne Behinderung stellen dort ihre Werke aus.

Seit zwei Jahren unterstützt die Stadt Oldenburg das Atelier Farbsinn, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Kunstwerke entstehen lassen. Jetzt sind die Werke des Projekts auf den Fluren des Amtes für Soziales und Teilhabe am Europlatz 10 zusehen. Die Bilder können während der Öffnungszeiten des Amtes besichtigt werden.

„Wir möchten Orte der Begegnung fördern“, sagte Inge Voigtländer, Leiterin des Amtes für Soziales und Teilhabe der Stadt Oldenburg, bei der Eröffnung der Ausstellung. Dies sei ein wichtiges Ziel des kommunalen Aktionsplans Inklusion und das Atelier mit seinem inklusiven Angebot ist ein solcher Ort an dem Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung stattfindet, so Voigtländer.

Gerhard Wessels, Vorstand der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) bedankte sich für die Unterstützung der Stadt Oldenburg und zeichnete die Entwicklung von einer kleinen Gruppe Kunstinteressierter bis zum offenen Atelier nach: „Wir sind mittlerweile fester Teil des Gemeinwesens in Ohmstede. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir das Atelier zu einem Ort entwickeln konnten, der für alle offen ist und der so gut angenommen wird. Dabei hat uns auch die Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg geholfen.“

Seit mehr als zwei Jahren sind die Kunstworkshops immer gut besucht. Diese werden im Atelier kostenlos angeboten. Gabi Beckmann ist eine der Künstlerinnen, die regelmäßig das Angebot des Ateliers nutzt: „Für mich ist es ein Glück dort zu sein. Im Atelier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre“, betont sie. Die Arbeit mit den behinderten Künstlern bringt ihr viel Inspiration. Insbesondere wenn die kreativen Ideen auf große Leinwände gebracht werden. „Viele haben direkt Bilder im Kopf und wagen sich mutig an die Arbeit. Und das ist gar nicht so leicht, wenn auf einer großen weißen Leinwand ein Kunstwerk entstehen soll“, sagte Beckmann.

Das Atelier Farbsinn an der Rennplatzstraße 123 bietet dienstags von 14:00 bis 17…30 Uhr und donnerstags von 14:00 bis 17:00 Uhr das „Offene Atelier“ an. Hier ist jeder eingeladen, der mitwirken oder sich einen Eindruck von der Arbeit im Atelier machen möchte. Die Öffnungszeiten des Amtes für Soziales und Teilhabe am Europaplatz sind: Montag, Dienstag, Donnerstag von 8:00 bis 15:30 Uhr, Mittwoch von 12:00 bis 15:30 Uhr und Freitag von 8:00 bis 13:00 Uhr.
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»Mensch Marilyn« kehrt ins Staatstheater zurück

21.12.2016 08:59 Uhr

Vorverkauf hat begonnen

Die Show »Mensch Marilyn« geht dank der Begeisterung des Publikums noch einmal ins Kleine Haus des Oldenburgischen Staatstheaters. Am 28.02.2017 um 20:00 heißt es wieder »Vorhang auf« für Kiki Beyer und ihre Sweet Syncopators. Dass diese Show nicht nur für Monroe-Fans ein Geheimtipp ist, haben die Sängerin Kiki Beyer und ihre Jungs, die Sweet Syncopators bereits am 01.10.2016 im ausverkauften Kleinen Haus bewiesen. Die begeistert aufgenommene Musikrevue rund um den Menschen Marilyn Monroe kehrt am 28.02.2017 mit Swing-Klassikern aus Kultfilmen wie »Manche mögen’s heiß« oder »Blondinen bevorzugt« nun zurück ins Kleine Haus des Oldenburgischen Staatstheaters.

Im Vordergrund des Abends steht dabei immer der Mensch, der sich hinter dem Abziehbild Marilyn Monroe verbirgt. Und dieser hat mehr mit Oldenburg und Ostfriesland zu tun, als man zu ahnen glaubt. Regie führte Thomas Birklein, der seinem Publikum als Schauspieler am Oldenburgischen Staatstheater bestens bekannt sein dürfte. Überraschende Momente garantiert! Karten sind ab sofort an der Theaterkasse erhältlich.

Live-Impressionen und einen aktuellen Teaser auf www.kiki-beyer.de
Weitere Infos zur Show unter www.mensch-marilyn.de
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Ehrenamtliche des Blauschimmel Ateliers führten Maskenspiel am Lamberti-Markt auf

18.12.2016 20:37 Uhr
Besinnliche Ruhe im hektischen Treiben Da staunten die Besucher des Lamberti-Markts nicht schlecht, als am Freitag, 16. Dezember, außergewöhnliche, skurrile Masken des Blauschimmel Ateliers das vorweihnachtliche Treiben bereicherten. Übergroße, ausdrucksstarke Gesichter traten mit dem neugierigen Publikum in Kontakt, erzählten ihre Geschichten ohne ein einziges Wort zu verlieren. So entpuppte sich ein vermeintlicher Rocker als ein verschüchterter Mann, der seinem Stofftier die staunende Menge präsentierte. Das Ganze wurde streng von einem älteren, genügsamen Herrn beobachtet, welcher von seiner Zeitung aufsah.

Genauso schnell wie sie gekommen war, verschwand die seltsame Truppe nach knapp zwanzig Minuten wieder in den Gassen Oldenburgs und hinterließ Fragezeichen über den Köpfen des Publikums. Wer waren sie gewesen? Was hatten sie gewollt?

Ehrenamtliche des inklusiven Blauschimmel Ateliers hatten den überregional bekannten Weihnachtsmarkt ausgewählt, um ihr aktuelles Projekt zu präsentieren. Diese Performance entstand im Rahmen der ZukunftAkademie: Ein Fortbildungsangebot des Blauschimmel Ateliers für seine ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen. Die Fortbildung ermöglicht es den freiwilligen Helfern über den Tellerrand zu schauen. Über ihre vertrauten Tätigkeitsfelder hinaus, welche sie mitunter seit Jahren mit Herzblut und Engagement ausfüllen, erhalten sie Gelegenheit, sich mit anderen Ehrenamtlichen über ihre Erfahrungen auszutauschen sowie genaueren Einblick in die Arbeit des Blauschimmel Ateliers zu erhalten. Neben einem theoretischen Teil, der näher auf Themen wie Öffentlichkeits- und Projektarbeit eingeht, wird ein praktischer geboten, in dem die Teilnehmer eingeladen sind, eigene Gedanken und Vorstellungen einzubringen und sie gemeinschaftlich zu verwirklichen. Ziel der Akademie ist es, dass Ehrenamtliche ein Basiswissen erhalten, um sich aktiver und bewusster ins Vereinsleben einzubringen und eigene Ideen auf die Beine zu stellen.

Für die ersten Teilnehmenden der Akademie erwies sich das traditionell mit dem Blauschimmel Atelier verbundene Maskenspiel als richtiger Einstieg, um die Ergebnisse der Fortbildung einem größeren Publikum zu zeigen. Diese Performance bereicherte sie mit vielen neuen Erfahrungen.

"Es war großartig, so viel Neues über Blauschimmel zu lernen und sich zudem noch auszuprobieren. Ohne die ZukunftAkademie hätte ich mir nicht vorstellen können, öffentlich Maske zu spielen", meint Marina Clemmensen, seit April 2014 Ehrenamtliche. Ergänzend dazu sagt Ute Bommersheim, Theaterpädagogin und Mitbegründerin des Ateliers: "Weil ich schon so lange bei Blauschimmel bin, vergesse ich oft, wie komplex wir mittlerweile sind. Es hat mir daher große Freude bereitet, Geschichte, Hintergründe und Funktionsweisen des Ateliers zu vermitteln. Ich bin begeistert, mit welchem Spaß und Engagement die Ehrenamtlichen IHR Projekt vorangetrieben haben. Das zu begleiten fand ich äußerst inspirierend!"

Durch den Erfolg weiter bestärkt ist eine Fortführung der ZukunftAkademie geplant: Ab Februar 2017 bietet das Atelier bereits weitere Termine an. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich, nach Anmeldung, der kostenfreien Veranstaltung anzuschließen.

Weitere Infos und Anmeldungen unter: www.blauschimmel-atelier.de oder 0441 – 2480999
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Förderverein übergibt Janssen-Werke ans Museum

16.12.2016 08:46 Uhr

Sechs Radierungen als Dauerleihgabe

Eine vorzeitige Weihnachtsbescherung gab es am 14. Dezember im Horst-Janssen-Museum: Der Förderverein für das Museum überreichte der Museumsleitung sechs weitere Arbeiten von Horst Janssen als Dauerleihgaben. Es handelt sich um zwei große Farbradierungen, von denen eine den provokanten Titel „Einem Journalisten wird das Maul gestopft“ trägt, die zweite heißt „Friely auf dem Weg“ und war seinerzeit die Lieblingsradierung von Janssens Drucker Hartmut Frielinghaus. Außerdem erhielt das Museum die Radierung „Oh Bobeth“ mit drei Zustandsdrucken.

„Wir freuen uns sehr, dass wir das Haus zum Jahresende auf diese Weise noch einmal unterstützen können“, sagt Michael Kroos, der erste Vorsitzende des Fördervereins. „Denn auch nach dem Ankauf der großartigen Sammlung von Stefan Blessin gibt es viele weitere Werke von Horst Janssen, die einfach in dieses Museum gehören.“ Beim Auffinden und der Auswahl der Blätter hatte Manfred Meins, ehemaliger Buchhändler und Janssen-Galerist, mitgeholfen. Finanziert wurde der Ankauf durch die Spende eines Vereinsmitglieds und aus Eigenmitteln des Vereins. „Für das Horst-Janssen-Museum ist es ein großer Segen, einen so aktiven Förderverein zu haben“, betont Dr. Nicole Deufel, Leiterin der Museen, Sammlungen und Kunsthäuser, und ergänzt: „Diese neuen Dauerleihgaben erweitern unsere Sammlung und machen es uns möglich, noch mehr von Horst Janssens Arbeiten hier in Oldenburg zu zeigen.“

Gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden, Inge von Danckelman, stellte Kroos außerdem die neu eingeführte Geschenkmitgliedschaft für den Förderverein vor. Damit hat jeder die Möglichkeit, für ein Jahr alle Kunsterlebnisse zu verschenken, die der Verein seinen Mitgliedern bietet. Die Beschenkten genießen freien Eintritt in fünf Museen und Ausstellungshäuser, sie werden zu exklusiven Previews eingeladen und erhalten Vorzugskonditionen bei weiteren Veranstaltungen des Vereins, wie z.B. Tagesfahrten. „Das ist doch ein schönes Weihnachtsgeschenk, das aus dem üblichen Rahmen fällt“, wirbt Kroos für das neue Angebot. Nähere Informationen gibt es an der Museumskasse und auf kurze Anfrage unter info@horst-janssen-freunde.de.
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Die japanische RAF und der Soziologe Stuart Hall im Film

09.12.2016 09:00 Uhr

Begleitprogramm zur Ausstellung „The Fevered Specters of Art“

Im Rahmen der internationalen Gruppenausstellung „The Fevered Specters of Art – die Fiebrigen Gespenster der Kunst“ zeigt das Edith-Russ-Haus zusammen mit dem Cine k zwei Filmvorführungen, jeweils mittwochs, 14. und 21. Dezember.

Eric Baudelaires Film „The Anabasis of May and Fusako Shigenobu, Masao Adachi and 27 Years without Images” (2011, 66 Minuten) am 14. Dezember untersucht formal und inhaltlich die Bedeutung von geografischer, kultureller und sozialer Heimat. Getreu dem Titel – das griechische Anabasis bedeutet Mäandern oder Rückkehr – wandert der Film gleichermaßen geographisch wie zeitlich zwischen Japan und dem Libanon sowie zwischen der Gegenwart und den 1970er Jahren, als die japanische RAF im Nahen Osten aktiv war.

John Akomfrahs Film „The Stuart Hall Project“ (UK 2013, 100 Minuten) am 21. Dezember ist ein filmisches Portrait des 2014 verstorbenen Soziologen Stuart Hall, einem der bedeutendsten öffentlichen Intellektuellen und Mitbegründer der Cultural Studies. Akomfrah verortet Halls kritisches Denken und sein politisches Engagement in seinen jugendlichen Erfahrungen im postkolonialen Jamaica, den Kämpfen der Dekolonisation und dem Entstehen der New Left-Bewegung im Großbritannien der 1960er-Jahre.

Beide Filme werden in englischer Sprache gezeigt. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr im Cine k, Bahnhofstraße 11; der Eintritt ist frei.
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Detlef Kappeler stiftet Werke dem Stadtmuseum Oldenburg

08.10.2016 19:08 Uhr
Der Künstler Detlef Kappeler stiftet dem Stadtmuseum Oldenburg seine Werke. Die feierliche Übergabe fand am Freitag, 7. Oktober, im Beisein von Museumsdirektorin Dr. Nicole Deufel und Stadtmuseumsleiter Dr. Andreas von Seggern statt. Anwesend waren auch Kappelers langjährige Wegbegleiter Horst Milde (ehemaliger Oberbürgermeister Oldenburgs und Landtagspräsident a.D.) und Dr. Harald Groth (ehemaliger Oberbürgermeister von Delmenhorst). Kappeler ist in Oldenburg durch Ausstellungen und Installationen bekannt. Seine gestifteten Werke umfassen neben sechs Gemälden auch ein großes zeichnerisches Konvolut (1.100 Zeichnungen), das einen vertieften Einblick in sein umfangreiches Schaffen ermöglicht.

Detlef Kappeler (Jahrgang 1938) studierte von 1958 bis 1965 Architektur in Hannover, danach begann er das Studium der Freien Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Preis der „Cité Internationale des Arts“ von Paris und den Lichtwark-Preis der Stadt Hamburg. 1974 übernahm er einen Lehrstuhl für Malerei und Grafik an der Universität Hannover. In Oldenburg ist Detlef Kappeler vor allem durch seine Raum-Bild-Installation in der Carl von Ossietzky Universität bekannt. Sie ist das Resultat einer jahrelangen Auseinandersetzung mit dem Schicksal des Namensgebers Carl von Ossietzky. 2001 würdigte eine umfangreiche Werkschau unter dem Titel „Transparenzen“ sein Schaffen im Stadtmuseum und Horst-Janssen-Museum.

Kappeler hat in seiner frühen künstlerischen Schaffensphase kritische und engagierte Kunstwerke geschaffen, die auf konkrete gesellschaftspolitische Ereignisse Bezug nahmen. In den 1960er Jahren hat er mit Stilmitteln der Pop Art – jedoch auf sehr eigenwillige Weise – gearbeitet. Später fanden in seinen Werken Auseinandersetzungen mit Biografien von verfolgten und geächteten Personen statt, deren Porträts er immer wieder von neuem nachzeichnete. Daneben entstanden und entstehen Zeichnungen und Druckgrafiken von Architekturen in Barcelona, wo Kappeler ein zweites Atelier nutzt, Tier- und Landschaftsstudien sowie Akt- und Totentanzdarstellungen. Seine großformatige Malerei, in seinen Ateliers in Barcelona, Galizien und Butjadingen geschaffen, wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten zunehmend abstrakter.
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Gala for One

23.09.2016 13:14 Uhr

Eine Musik-Revue zu Marilyn Monroes 90. Geburtstag

von Carsten Lienemann

Am ersten Oktober geht für Kristina Beyer ein Traum in Erfüllung. »Marilyn Monroe hat mich schon immer fasziniert«, sagt Kiki Beyer. Der eigentliche Auslöser kam dann 2012, als sie gebeten wurde, zur Ausstellungseröffnung »Marilyn Monroe – hinter den Kulissen« im Neuen Theater Emden zu singen und zu moderieren. »Nach dieser Eröffnung konnte ich einfach mit der Recherche nicht mehr aufhören. Immer mehr erhielt ich den Eindruck, dass da eine Frau war, die in all ihrer Zerbrechlichkeit doch als Künstlerin völlig unterschätzt wurde«, erklärt Beyer.

Die Idee zu einer Bühnenshow war schnell da, Kiki Beyer ist schließlich Künstlerin. Dennoch hat sie lange gezögert, denn sie sah auch viele Probleme bei der Umsetzung. Erst zwei Jahre später hat sie mit ernsthaften Vorbereitungen begonnen, ein Konzept erarbeitet und schnell Menschen getroffen, die sie ebenfalls begeistern konnte. Darunter sind auch die Kollegen, die sie nicht nur wunderbar musikalisch begleiten, sondern sich auch auf das schauspielerische Gebiet wagen. Dazu kommt mit David Zernack ein renommierter Musikalischer Leiter und mit Thomas Birklein ein ebensolcher Schauspieler, der die Regie übernommen hat.

Zu Kiki Beyers Konzept gehörte auch eine Vorstellung von einem geeigneten Saal mit Bühne.»So eine Show braucht rote Plüschsessel, etwa wie das Staatstheater«, findet Beyer. Das stimmte zwar zu, nannte aber auch seinen Preis. Auch die Musiker konnten bei allem Engagement auch nicht umsonst arbeiten. Dazu kamen Organisation, Proben und sonstige Aufwendungen. Sponsoren wurden gebraucht.

So kam die comes Unternehmensberatung mit ins Boot. Dr. Bernhard Becker vom Standort Oldenburg wollte sich zunächst einen Eindruck verschaffen und war sofort begeistert. »Da unsere Firma in diesem Jahr 15 Jahre alt wird, haben wir beschlossen, unser Jubiläum mit Marilyns Geburtstag zusammen zu feiern.« Er kaufte Eintrittskarten für seine Geburtstagsgäste, und damit waren die Kosten für das Staatstheater gedeckt und die Show finanziell gesichert.

Dank ihrer umfangreichen Recherchen ist Kiki Beyer inzwischen eine echte Expertin, die den Menschen Marilyn Monroe hinter der Glamour-Frau sehr genau kennt. In ihrer Bühnenshow möchte sie das Bild, das wohl die meisten Menschen von Marilyn Monroe haben, korrigieren. »Ich arbeite mit den bekannten Songs, aber aus der Erzählperspektive. Es wird keine Double-Show, das sage ich dem Publikum gleich zu Beginn«.

Sonnabend, 1. Oktober, 20:00 Uhr im Staatstheater (Kleines Haus):
Mensch Marilyn , Kiki Beyer & Die Sweet Syncopators
Restkarten unter https://tickets.staatstheater.de/eventim.webshop/webticket/seatmap?tokenName=CSRFTOKEN&eventId=13477
oder an der Theaterkasse.
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»Von Schwalben und Mauerseglern«

09.09.2016 08:00 Uhr

Oldenburger Autorin Marlies Folkens legt ihren ersten Roman vor

von Carsten Lienemann

Unsere aufmerksamen Leser_innen kennen Marlies Folkens bereits als Meisterin des geschriebenen Wortes, hat sie doch schon des öfteren mit großer Sachkunde von Oldenburger Theater- und Opernaufführungen berichtet. Dass sie zu noch deutlich mehr fähig ist, haben wir nie bezweifelt, aber jetzt können sich alle davon überzeugen. Ab dem 9. September steht ihr erste Roman in den Buchläden. Er trägt den Titel »Von Schwalben und Mauerseglern«, und sie erzählt darin die Geschichte eines Mädchens, das auf dem heimischen Bauernhof in der Wesermarsch einen jungen Wehrmachtsoldaten findet, der desertiert ist und sich auf dem Heuboden versteckt hat.

»Die Geschichte hatte ich schon lange im Kopf«, sagt Marlies Folkens. »Meine Mutter konnte spannend und interessant erzählen und tat das auch gerne, wenn wir auf dem elterlichen Hof in der Wesermarsch zusammen saßen«. Die Grundsituation, auf der der Roman basiert, habe die Mutter erlebt, sie habe mit 17 Jahren einen Freund in Köln gehabt. Einige weitere Begebenheiten aus der Familie seinen stark verfremdet eingebaut worden, der Rest sei viel Fantasie.

Eine besondere Zielgruppe hat die Autorin beim Schreiben nicht vor Augen, es geht ihr mehr darum, eine Sprache zu verwenden, die zur Geschichte passt. »Das ganze Buch muss so geschrieben sein, dass ich es selbst gerne lesen würde.« Wichtig sei bei dieser Art von Romanen auch die Recherche. »Die Sachverhalte müssen stimmen, viele Zeitzeugen leben noch und werden sich erinnern«, so Folkens.

»Meine Arbeit an einem Roman beginnt mit der Erstellung eines Konzeptes«, erklärt Folkens. »Ich stelle die Rahmenbedingungen auf und entwerfe einen großen Spannungsbogen.« Darüber hinaus korrespondiert sie mit einer guten Freundin über Szenen und Plots. Die so entstehenden Seiten werden anschließend noch drei bis vier Mal überarbeitet. »Ich bin eine ziemliche Perfektionistin, und ich muss mit allen Szenen zufrieden sein.

Besonders herausfordernd sei die Sprache in Dialogen. Jede Person müsse ihre eigene Sprache haben, die sich aus Alter und Lebenserfahrung, aber auch aus dem Bildungsstand ergebe. Um das zu erreichen und auch sonstige »Regiefehler« zu vermeiden, fertigt Folkens Steckbriefe der auftretenden Personen mit ausführlichen Beschreibungen an. Eine große Hilfe sei auch, sich eine passende reale Person beim Sprechen vorzustellen, auch wenn die Romanfigur kein Abbild dieser Person sei.

Marlies Folkens hat »mit 18, 19«, wie sie selbst sagt, angefangen, sogenannte »Fan-Fiction« zu schreiben, d. h. sie hat Fortsetzungen zu Kinofilmen etc. verfasst, die aber nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren. So ganz hat sie den Traum vom eigenen Buch nie aufgegeben, aber auch lange Zeit nicht weiter verfolgt. Erst sehr viel später, als sie schon eigene Kinder hatte, ist sie auf das Online-Magazin »Opinio« der Rheinischen Post gestoßen und hat dort viel beachtete und ausgesprochen positiv kommentierte Kurzgeschichten geschrieben, von denen einige auch den Weg in die gedruckten Ausgaben fanden. Eine davon war die Keimzelle zu den »Mauerseglern«.

Kurzinformationen zum Buch unter
https://www.buchhandel.de/buch/Von-Schwalben-und-Mauerseglern-9783404173969
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„In Harmonie mit der Natur“

24.05.2016 08:55 Uhr

Tuschmalerei von Marthe Oldendorf im Elisabeth-Anna-Palais

Marthe Oldendorf hat ihre Arbeiten unter ein konfuzianisches Thema gestellt, „In Harmonie mit der Natur“, ein Thema, das sie bei ihren Reisen in China im Lebensstil der Menschen, denen sie begegnet ist, empfunden hat. Das Wort Harmonie ist nicht unpro-blematisch, weil es beinhaltet, die Gegensätze zu begraben, die es nun einmal gibt. Was Marthe Oldendorf jedoch meint, ist die Fähigkeit des Menschen wie aller Kreaturen der Schöpfung, mit den Gegensätzen zu leben, in sich eine Balance zu entwickeln, mit der diese Kontraste ertragen werden können.

Marthe Oldendorf versteht es, die Balance im Bild zu entwickeln, die für Mensch und Tier die Landschaft erträglich macht, um nicht zu sagen sich in ihr wohlzufühlen.

Marthe Oldendorf, geboren nahe Paris, lebt in Bremen. Sie hat viele Jahre in Hongkong gelebt und zahlreiche Reisen im Reich der Mitte unternommen. Von chinesischen Meistern hat sie sich in der traditionellen Pinselmalerei unterrichten lassen. So ist ein bemerkenswertes Oeuvre entstanden, das jetzt der Entdeckung harrt.
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Ausstellung »Repairing the City«
im Edith-Russ-Haus

07.05.2015 14:28 Uhr
von Carsten Lienemann

Ein langer Läufer hängt aus dem oberen Fenster des Edith-Russ-Hauses und lädt zum Hereinkommen ein. Drinnen erwartet die Besucherinnen und Besucher die Doppelausstellung »Repairing the City« mit Exponaten der türkischen Künstlerin Nevin Aladağ und des in Wien lebenden Künstlers Leopold Kessler.

»Der Titel der Ausstellung ist natürlich ironisch zu verstehen, eine Stadt ist zu komplex und zu fragil, um sie reparieren zu können«, sagt Marcel Schwierin, Leiter des Edith-Russ-Hauses für Medienkunst, der zusammen mit seiner Kollegin Edit Molnár durch die Ausstellung führt. Vielmehr müssten die Bewohner immer wieder neu bestimmen, wie ihre Stadt aussehen solle.

Die Arbeiten dieser Ausstellung sind in der Mehrzahl Videodokumentationen von Kunstaktionen, dazu kommen Fotografien und Konstruktionen. Nevin Aladağ hat beispielsweise die Hände von Menschen gefilmt, während diese den Rhythmus eines Liedes klatschen, und die Sequenzen so zusammengeschnitten, dass daraus ein neuer Rhythmus entstand. Ebenso ist sie mit tanzenden Füßen verfahren. Zusammen mit weiteren hier ausgestellten Arbeiten gibt Aladağ damit Geräusche und Gesichter einer Stadt wieder.

Leopold Kessler hat mit mehreren Aktionen die Sicherheitsüberwachung an öffentlichen Orten unterlaufen und damit in Frage gestellt. So reist etwa eine Schachtel mit Zigaretten, an die Außenseite eines Bahnwaggons geklebt, von Budapest nach Wien, oder im größten Riesenrad der Welt dreht eine Gondel mit der Aufschrift »Police« ihre Runden über Singapur, eine der am höchsten überwachten Städte der Welt. Die Videos zu diesen Aktionen sind im Edith-Russ-Haus zu sehen.

Und was hat das mit »Repairing the City« zu tun? Gar nichts. Der Titel ist nicht ironisch, sondern irreführend. Wenn man aber nicht nach den Reparaturen sucht, findet man eine großenteils gelungene Ausstellung mit interessanten neuen Blickwinkeln auf scheinbar Altbekanntes.

Die Ausstellung ist vom 8. Mai bis zum 16. August 2015 zu den Öffnungszeiten des Edith-Russ-Hauses zu sehen.
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»komisch, aber nicht lustig«

09.04.2015 10:25 Uhr

Neue Ausstellung der Lichtbildwerkgemeinschaft

Joachim Weiser und Dirk Börstinghaus, beide im Hauptberuf Mediziner, widmen sich in ihrer Freizeit einer fast schon historischen Form der Fotografie. Gemeinsam in ihrer Lichtbildwerkgemeinschaft nutzen sie die analoge Schwarzweiß-Technik künstlerisch zur Entschleunigung, zum Innehalten und Neu-Sortieren.

Am !6. April 2015 um 19:00 Uhr eröffnen Weiser und Börstinghaus im ARTrium der GSG ihre Ausstellung »komisch, aber nicht lustig«, für die sie wieder Fotografien ausgesucht haben, die man nicht im Vorbeigehen vollständig erfassen kann.

»Häufig sind es ganz banale Situationen, Motive oder Begebenheiten des Alltages, die uns zum Schmunzeln bringen, obwohl diesen Szenen eigentlich gar nichts Lustiges anhaftet. Bei genauerer Betrachtung entpuppen sie sich als eher komisch oder gar tragisch. Das liegt daran, dass Tragik und Komik eine gemeinsame Wurzel haben: Die Inkongruenz der Dinge!

Genau diese fehlende Übereinstimmung dessen, was wir sehen und dessen, was wir empfinden, ist Gegenstand dieses fotografisch-literarischen Projekts.
Wortspielereien im Sinne einer Verunstaltung, Negierung oder Aufhebung dessen, was wir als Realität wahrnehmen, pointieren die gezeigten Fotografien, beziehen sich in humoristisch - satirisch gemeinter Weise auf ernst gemeinte visuelle Inhalte und ermöglichen an mancher Stelle erst das Entstehen von komischen Effekten.

Sir Peter Ustinov hat einmal gesagt, Komik entstehe, ›wenn man eine Situation mit ihrer unkomischen Seite kontrastiert‹«.


Ausstellung »komisch, aber nicht lustig«
7. April bis 18. Juli 2015, GSG ARTrium
GSG OLDENBURG Bau- und Wohngesellschaft mbH
Straßburger Str. 8

Vernissage
Donnerstag, 16. April 2015, 19:00 Uhr

Öffnungszeiten:
Mo-Mi 8:00-16:30 Uhr
Do 8:00-17:00 Uhr
Fr 8:00-13:00 Uhr

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»Im Westen nichts Neues?«

27.02.2015 11:14 Uhr

Die unbekannten Zeichnungen von Georges Victor-Hugo »Sur le Front de Champagne«

Vor 100 Jahren befand sich der Enkel des berühmten französischen Schriftstellers Victor Hugo, Georges Victor-Hugo (1868-1925), als Kriegsfreiwilliger an der Front in der Champagne. Der ausgebildete Maler diente dort als Verbindungsoffizier. Direkt vor Ort fertigte Victor-Hugo etwa 100 kolorierte Zeichnungen an und schuf damit nicht nur interessante Zeugnisse des Krieges, sondern auch beeindruckende Kunstwerke: die zerrissene, mal schlammige, mal von Schnee und Eis bedeckte Landschaft, die Soldaten im Schützengraben und außerhalb, Verwundete und Tote beider Seiten.

60 dieser Zeichnungen von Georges Victor-Hugo wurden 1917 in einer Faksimile-Edition unter dem Titel „Sur le Front de Champagne“ in Paris veröffentlicht, gerieten aber nach dem Krieg in Vergessenheit. Nur wenige vollständige Exemplare dieser Suite sind heute erhalten – eine davon in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster. Sie steht im Zentrum der Ausstellung, die bis 25. April 2015 in der Landesbibliothek Oldenburg und anschließend an mehreren Orten als Wanderausstellung gezeigt wird. Georges Victor-Hugos individuelle, aus unmittelbarer Beobachtung gewonnene künstlerische Sicht der Kriegsereignisse wird im Zusammenhang mit Werken anderer Künstler und auch mit literarischen Zeugnissen herausgearbeitet. Kuratiert von dem Gymnasiallehrer, Romanisten und Victor-Hugo-Biographen Dr. Jörg W. Rademacher (Leer), wird die Ausstellung begleitet von einer Hörstation mit literarischen Texten zum „Großen Krieg“ in drei Sprachen und einem zweisprachigen Katalog, der im Elsinor Verlag (Coesfeld) erscheint.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Landesbibliothek Oldenburg mit dem Ernst Klett Verlag, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bezirk Weser-Ems und dem Ulrichsgymnasium Norden. Das Projekt wird gefördert von der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und der Stiftung Gedenken und Frieden.

Öffentliche Führungen mit dem Kurator Dr. Jörg W. Rademacher am Freitag, dem 6. März und 17. April jeweils um 17.00 Uhr.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf unserer Homepage www.lb-oldenburg.de.
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Street Art ins Museum

07.11.2014 21:32 Uhr

Stadtmuseum übernimmt Graffito vom Cadillac

Das städtische Jugendkulturzentrum Cadillac plant aktuell eine Neugestaltung seiner Außenwände. In diesem Zusammenhang wurde jetzt eine 1995 von Mario Schröder auf Holzplatte gesprayte Auftragsarbeit abgehängt und dem Stadtmuseum Oldenburg überreicht. Es wird durch ein neues, von einer Gruppe um den Oldenburger Graffiti-Künstler Bartosz Boron geschaffenes Werk ersetzt.

Da sich das aus der Frühzeit der regionalen Graffiti-Szene stammende Bild von Schröder, der unter dem Künstlernamen „Zimt“ auch überregional für Aufsehen sorgte, über die Jahrzehnte gut erhalten hat, wandte sich Marius Asmus, Leiter des Cadillac, an das Stadtmuseum. Denn, so Asmus: „Es macht immer Sinn, Jugendkultur zu fördern. Was heute noch Jugendkultur ist, kann morgen schon Kunst oder kommerziell interessant sein.“ Für Dr. Andreas von Seggern, den Leiter des Stadtmuseums, eine willkommene Gelegenheit, die Sammlung regionaler Kunst um eine ganz neue Facette zu ergänzen: „Graffiti ist eine spezifische Ausdrucksform innerhalb der Jugendkultur der letzten drei bis vier Jahrzehnte. Sie hat sich spät, aber eben doch auch in Oldenburg verbreitet und ist damit sowohl aus kunst- als auch aus stadthistorischer Sicht äußerst spannend“, erläutert von Seggern.

Während Cadillac-Leiter Marius Asmus gespannt auf die Neugestaltung der Graffiti-Kunst wartet, zeigt sich der nicht mehr in der Szene aktive Mario Schröder erfreut über die späte Würdigung seines Frühwerkes: „Ich werde der Stadt Oldenburg nun aber nicht den Gefallen tun, den Wert des Bildes durch mein frühzeitiges Ableben zu steigern“, fügte Schröder mit einem Schmunzeln an.
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Eine von vielen Möglichkeiten, die Welt zu sehen

15.03.2014 06:53 Uhr

Erfolgsreihe ‚rehavue‘ wird fortgesetzt. 4. Vernissage im Reha-Zentrum

von Dagmar Winzer

Am 12. März 2014 fand die Vernissage zur Ausstellung „rehavue – Kunst im Reha-Zentrum Oldenburg“ mit Malereien und Fotografien statt. Die Künstlerinnen Lioba Müller, Barbara Habermann und Susanne Barelmann -Mitglieder des BBK Oldenburg – stellten ihre Arbeiten persönlich vor.

Die Ausstellung wird bis Februar 2015 zu sehen sein.

Die Jurysitzung der rehavue hat für diese Ausstellung zwei Projekte ausgewählt, die auf sehr eigene Weise einen Perspektivwechsel aufzeigen. Wie sieht die Malerin die Landschaft, die für die Fotografin ihre eigene Aussage gefunden hat? Lioba Müller und Barbara Habermann haben ihr gemeinsames Projekt „Horizontal- Vertikal – Bergundtal“ genannt. Berge kennt jeder – und trotzdem sind sie überall anders, geben Täler überall andere Blicke frei. Wie frei ist der Blick von Fotografin und Malerin? Gemeinsam finden Lioba Müller und Barbara Habermann eine Möglichkeit der Kommunikation: Sei es über die Farbgebung und den Bildaufbau, sei es über die Strukturen oder Linienführung oder aber durch Licht und Stimmung. Ähnlichkeiten sind gewollt! Und dienen der Einladung, die Blicke immer wieder schweifen zu lassen.
„Wussten Sie schon, dass die Alpen einen ganz erbärmlichen Anblick bieten, wenn man sich die Berge einmal wegdenkt?“ (Loriot)

Susanne Barelmann legt in Ihrer Fotografie mehrere Elemente übereinander. So lassen sich bekannte Bilder wiedererkennen, aber es entstehen auch neue Eindrücke, verfremdete Effekte und daraus andere Perspektiven. So wird der Lebensraum zu unserer Welt. Ihre Fotomontagen zeigen unterschiedlichen Zeit- und Raumebenen, die sie zu einem neuen und gegenwärtigen Raumgefüge zusammensetzt. Ihr Interesse gilt den Räumen der Vergangenheit, die zu Gegenwartsräumen konstruiert und montiert werden. Die Vergangenheit beschreibt Barelmann durch ihre Fotomontagen als ein Verharren im Raum der Gegenwart.

Fotografie bietet ebenso wie die Malerei eine von vielen Möglichkeiten, die Welt zu sehen. Mit „rehavue – Kunst im Reha-Zentrum Oldenburg“ wollen wir gemeinsam mit Oldenburger Künstlerinnen und Künstlern einige Möglichkeiten zeigen, wie die Welt aus anderen Blickwinkeln aussehen kann. Auch in der 4. Ausstellung ist die Faszination der Vielfalt zu beobachten, ermöglichen wieder Künstlerinnen den Perspektivwechsel.
Zu beiden Kunstprojekten sprach die Vorsitzende des BBK Oldenburg – Martina van de Gey – eine fundierte Einleitung, die von allen Besuchern gerne aufgenommen wurde.

„Die Ausstellung wurde auch konzipiert, um den Bürgern in Oldenburg und Umgebung einen weiteren, attraktiven Ort für Kunst ‚Made in Oldenburg‘ zu bieten,“ betont Karin Vogel, die Geschäftsführerin des Reha-Zentrums Oldenburg. „Wir hoffen, dass dieses Angebot von vielen genutzt wird.“

Bereits in den ersten Stunden nach der Hängung hat es viele Reaktionen von Patienten und Besuchern gegeben. Das Team des Reha-Zentrums hofft, dass die Anregungen weiter so rege aufgenommen werden.
Die Ausstellung ist täglich zwischen 8.00 und 20.00 Uhr für Besucher geöffnet.
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»Auf der Flucht«

14.01.2014 12:09 Uhr

Fotoausstellung eröffnet - bis 4. Februar in der Klävemannstraße 14

von Carsten Lienemann

Zwanzig Fotografien im Großformat, präsentiert auf hochglänzendem Material, das Farben und Kontraste angemessen zur Geltung bringt. Losgelöst von der jeweiligen Aufnahmesituation hat jedes Bild für sich unter rein ästhetischen Gesichtspunkten betrachtet einen hohen Wert, der auch eine Interpretation möglich macht - die sich allerdings sofort ändern kann, wenn man den begleitetenden Text zu dem Foto liest.

Es ist fast schon gute Tradition, dass zu Beginn eines jeden Jahres eine Ausstellung der UNO-Flüchtlingshilfe bei der interkulturellen Arbeitsstelle IBIS e .V. zu Gast ist. Am Dienstag, 14. Januar, wurde im Café IBIS die Wanderausstellung »Auf der Flucht« eröffnet, die in der benachbarten Halle in der Klävemannstraße 14 ihre weltweit erste Station gefunden hat.

»45 Mio. Menschen sind weltweit auf der Flucht, rund 50% von ihnen sind Kinder und Jugendliche, mehr als 80% Prozent finden Zuflucht in den so genannten Entwicklungsländern«, erklärte Hon. Prof. Dr. Friedl, Leiter der UNO-Flüchtlingshilfe für Norddeutschland in seiner Begrüßung. Die Wanderausstellung »Auf der Flucht« zeigt Momentaufnahmen aus dem Leben von Flüchtlingen und der Arbeit des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR, festgehalten von UN-Mitarbeitern und freien Fotografen. Friedl empfahl den Gästen, die Bilder zu betrachten und sich vorzustellen, was vor und nach dem sichtbaren Moment gewesen sein könnte.

2013 sei ein schweres Jahr für den Flüchtlingsschutz gewesen, bilanzierte Dirk Sabrowski, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn. »Für die Zukunft sieht es nicht besser aus: Die Zahl der Konflikte nimmt zu, die bestehenden werden nicht beendet. Menschen auf der Flucht haben nicht die Perspektive, in ihre Heimat zurückkehren zu können.«

Ulrich Hartig, Geschäftsführer des mitveranstaltenden Internationalen Fluchtmuseums, forderte die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Hilfsorganisationen auf, weniger als Konkurrenten denn als Netzwerkpartner zu handeln und die Organisationen in die Pflicht zu nehmen, die sich kritisch zur offiziellen Flüchtlingspolitik äußern.

Das an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg eingerichtete Center for Migration, Education and Cultural Studies (CMC) ist ebenfalls Mitveranstalter der Ausstellung. Sein Vertreter Winfried Schulz-Kaempf stellte den weiterbildenden Studiengang »Interkulturelle Bildung und Beratung« vor, der sich an hoch qualifizierte Flüchtlinge und Migranten richtet und über einen Nothilfe-Fond von der UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt wird.


Die Fotos der Wanderausstellung »Auf der Flucht« stammen aus einem Zeitraum von mehr als 50 Jahren und zeigen verschiedene Stationen verschiedener Fluchten zu verschiedenen Zeiten, von der akuten Gefahr über Lager bis hin zur Ankunft in sicheren Gebieten. Erkennbar ist immer die Situation weniger bis einzelner Menschen, die beispielhaft herausgehoben sind. Wie eine Flucht selbst ist es ein schwerer Weg, das Thema auf diese Weise anzugehen. Aber es hat sich gelohnt.

Die Austellung »Auf der Flucht« in der Klävemannstraße 14 ist bis zum 4. Februar 2014 jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags von 12-17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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Ratten im Bundestag

31.12.2012 15:42 Uhr
von Carsten Lienemann

Das Sommerloch des Jahres 2013 wird durch eine sensationelle Meldung gefüllt: Die Ratte Karl-Gustav wird in den Bundestag gewählt. So lautet jedenfalls die Prognose, die das Spontantheater Bumerang! am Freitag, 28.12.2012, gemeinsam mit dem Publikum in der Kulturetage erarbeitete.

Das hat einen Tag später beim zweiten Auftritt der Improvisations-Truppe schon ganz anders ausgesehen, aber das spielt keine Rolle. »Impröhliche Weihnachten« hieß das Programm, in dessen erstem Teil das sehr spielfreudige Ensemble aus Tim Strupeit, Karsten Dietrich und Christian »Schlaggi« Schlageter, ergänzt um den ebenfalls bestens aufgelegten Andreas Steiger am Keyboard und am Freitag glänzend moderiert von Martin Struwe einen Rückblick auf die gerade abgelaufene Weihnachtszeit wagten, selbstverständlich, wie bei Improvisationstheater üblich, nach den Vorgaben der Zuschauer. Das reichte von den Vorbereitungen und Einkäufen über einen Blick in drei verschiedene Wohnzimmer zum Zeitpunkt der Bescherung bis hin zu einer Variante der Weihnachtsgeschichte, die eine ganz besondere schauspielerische Leistung verlangte: Alle drei Darsteller verkörperten einen der heiligen drei Könige, sprachen aber nicht selbst, sondern wurden jeweils von einem Kollegen synchronisiert.

Nach der Pause versuchten sich die Bumerangs an einer Vorausschau auf das kommende Jahr. Das Publikum war live dabei, als Tim und Karsten das Drehbuch des Blockbusters 2013 entwarfen - Rocky 300 - während Schlaggi ihre Einfälle mit vollen Körpereinsatz in Gebärden übersetzte. Der absolute Höhepunkt des zweiten Teils aber war der schon erwähnte Einzug der Ratte Karl-Gustav in den Bundestag, gespielt in verschiedenen Musikgenres, die von Punkrock bis hin zur großen Oper reichten. Auch an einem neuen Anlauf zum Weltuntergang versuchten die Schauspieler, als Zugabe in Form modernen Tanztheaters - um die Stimmen für den zweiten Abend zu schonen.

Die rund hundert Zuschauer waren zu Beginn von Moderator Martin aufgefordert worden, sowohl Begeisterung als auch Unmut spontan zu äußern, bei Zustimmung die zuvor ausgeteilten Rosen, bei Ablehnung die nassen Schwämme auf die Bühne zu werfen, und sie machten regen Gebrauch davon. Das heißt, Schwämme flogen kaum, und dafür gab es es auch wenig Anlass, im Gegenteil. Oft mussten die Schauspieler den Applaus auf offener Szene abwarten, bevor sie weiterspielen konnten, etliche Male wurde der »Wellenbeauftragte« in der ersten Reihe von den hinteren Rängen aufgerufen, eine solche zu starten.

Improvisationstheater birgt immer ein gewisses Risiko für alle Beteiligten, man weiß eben nie, was kommt. Sicher kann man sich aber sein, dass man 100-prozentigen Einsatz zu sehen bekommt, wenn man das Spontantheater Bumerang besucht. Und die Wahrscheinlichkeit, einen ausgesprochen vergnüglichen Abend zu erleben, ist überdurchschnittlich hoch.
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