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Weihnachtsfeier mit neuen Freunden

16.12.2017, 23:47 Uhr

Präventionsrat unterstützt aus dem »Fonds Geflüchtete & Ehrenamt«

Haselnüsse mahlen. Eier teilen. »Ist der Zucker hier schon abgewogen?« – »Nein, muss noch.« Eischnee schlagen, mit Zucker und Nüssen mischen. Bleche vorbereiten und ab damit in den Ofen. Eine Viertelstunde später sind die ersten Haselnussplätzchen fertig, eines von vier Rezepten, nach denen bei dieser besonderen Weihnachtsfeier Kekse gebacken wurden.

Es ist die Weihnachtsfeier des Oldenburger Standortes von »Start with a Friend«, einem Verein, der sich für nachhaltige Integration einsetzt und Standorte im gesamten Bundesgebiet hat. »Aus der Überzeugung, dass Integration nur durch eine aktive Teilhabe an der Gemeinschaft gelingt, stellt der Verein geflüchteten Menschen Locals an die Seite, die sie 1:1 bei der Bewältigung der neuen Herausforderungen in Deutschland unterstützen«, heißt es auf der Internetseite.

Seit Juli 2016 läuft das Projekt in Oldenburg, seitdem sind 54 Tandems aus je einer geflüchteten (=Refugee) und einer schon länger hier ansässigen Person (=Local) gebildet worden. »Unsere Vermittler_innen unterhalten sich mit jedem Refugee und jedem Local und bringen je nach Interessen die Tandems zusammen, die dann mindestens sechs Monate zusammen bleiben sollten. Viele Verbindungen halten aber länger«, erklärt Cornelia Scharmann, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Oldenburger Standortes.

»Die Refugees, die sich bei uns registrieren, sind oft Anfang bis Mitte 20, gelegentlich sind aber auch Ältere dabei. Die Locals sind meist Studierende und daher ebenfalls in den 20ern. Allerdings hätten wir gerne mehr von ihnen – die Refugees sind deutlich in der Überzahl«, so Scharmann weiter. Interessierte Locals können sich auf der Website bewerben.

Die Tandems treffen sich unabhängig voneinander, und ihre Unternehmungen sind je nach Interessenlage ganz unterschiedlich. Darüber hinaus gibt es gemeinsame Aktionen wie den monatlichen Stammtisch und weitere Treffen zu besonderen Anlässen. »Wir versuchen, die Treffen kostengünstig oder sogar kostenfrei zu halten, um möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen, aber manchmal brauchen wir eben doch ein bisschen Geld«, sagt Cornelia Scharmann.

Und hier kommt der Präventionsrat und sein »Fonds Geflüchtete & Ehrenamt« ins Spiel. »Wir haben den Antrag zur Unterstützung dieser Weihnachtsfeier erhalten, und er passte perfekt zu den Fonds-Vorgaben«, sagt Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg (PRO).

Seit der Auflage Anfang 2016 wurden durch den Fonds zahlreiche Kleinprojekte unterstützt, darunter Nachbarschaftsfeste und multikulturelle Kochabende, Ausflüge und Theaterbesuche oder die Übernahme von Materialkosten für Bastel- und Malveranstaltungen. »Mit dieser Aktion ist der letzte Euro ausgegeben und der Fonds geschlossen«, fügt Blinzler bedauernd hinzu.

»Der Standort Oldenburg wird rein ehrenamtlich geführt, und das vorbildlich«, sagt Dominique da Silva, hauptamtliche Regionalleiterin Nord von »Start with a Friend«, die den Förderantrag beim PRO gestellt hatte. Sie hatte es sich nicht nehmen lassen, zu dieser Weihnachtsfeier persönlich aus Hamburg anzureisen. Da Silva berichtete von vielen positiven Erfahrungen für Locals und Refugees, bei denen Sprachprobleme praktisch nie eine Rolle spielten.
Nach dem Keksebacken gab es noch ein paar Geschenke, die per Würfel-Wichteln verteilt wurden. Die Regeln dafür hatte Cornelia Scharmann zuvor erklärt, damit auch hier nichts schief gehen konnte.

Gute Arbeit, tolles Projekt.
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